Martin Graff Ph.D.

Nimmst du zu viele Selfies?

Warum machen wir Selfies?

Julia Mayorova / Shutterstock
Quelle: Julia Mayorova / Shutterstock
  • Ich gewinne enorm Beachtung durch das Teilen von Selfies in sozialen Medien.
  • Das Aufnehmen verschiedener Selfies hilft mir, meinen sozialen Status zu verbessern.
  • Selfies zu machen verändert sofort meine Stimmung.
  • Ich nehme Selfies als Trophäen für zukünftige Erinnerungen.

Gilt eine dieser Aussagen für Sie? Ist die obsessive Aufnahme von Selfies und deren Weitergabe in sozialen Medien ein Hinweis auf einen niedrigen Wert? Selbstachtung? Ist es eine Möglichkeit zu versuchen, mit Freunden und Geschäftspartnern intimer zu werden?

Das Wort "Selfie" beschreibt den Vorgang, ein Foto von sich selbst zu machen; Oft werden die Fotos dann in sozialen Medien geteilt. Insbesondere kann es oft so definiert werden, dass man sich mit einem Smartphone fotografiert, das normalerweise auf Armlänge gehalten wird, um so viel wie möglich von einer Person zu fotografieren (oder manchmal mit der Kamera in Richtung eines Spiegels aufgenommen). Darüber hinaus kann das Foto auch andere Personen enthalten.

Eine interessante Studie von Janarthanan Balakrishnan von der Thiagarajar School of Management in Indien und Mark Griffiths von der Nottingham Trent University in Großbritannien versuchten, eine Skala zu entwickeln, um die Motivation einer Person für Selfies zu messen und festzustellen, wie sich diese Motivation zwischen den Menschen unterschied.



Sie beschäftigten zunächst mehrere Fokusgruppen von Studenten, aus denen sie schließlich 20 Aussagen generierten, die in ihrer "Selfitis Behavior Scale" verwendet werden sollten. Die Forscher verwalteten die Skala dann an 400 Befragte, um die möglichen Motivationen für das Aufnehmen und Veröffentlichen von Selfies zu ermitteln.

Sie bezeichneten diese als:

  • Aufmerksamkeit suchen: Selfies aufnehmen und veröffentlichen, um sich beliebter zu fühlen. Social Media ist ein offensichtlicher Weg, um die Aufmerksamkeit eines großen Publikums zu gewinnen, und Aufmerksamkeitssuche kann einer der Hauptgründe sein, warum Menschen Selfies machen und Social Media nutzen.
  • Stimmungsänderung:Dies wurde von Griffiths (2005) als eine Erfahrung beschrieben, bei der sich jemand besser fühlt und die Teil dessen ist, was definiert Sucht. Selfie-Einnahme ist eine weitere Möglichkeit, wie Menschen ihre Stimmung verbessern können, was das Selfie-Verhalten verstärkt.
  • Selbstvertrauen:Das Aufnehmen von Selfies kann das Selbstvertrauen derer erhöhen, die sich auf dieses Verhalten einlassen. Darüber hinaus ist es möglich, Selfies zu bearbeiten und zu verbessern, bevor sie in sozialen Medien veröffentlicht werden. Dies bedeutet, dass Benutzer möglicherweise die Bearbeitung verwenden können, um ein Foto zu erhalten, das näher an ihrem "idealen Selbst" liegt.
  • Sozial Wettbewerb:Nehmen Sie Selfies, um den sozialen Status zu verbessern, oder veröffentlichen Sie Selfies, um Social-Media-Likes zu erhalten.
  • Subjektiv Konformität:Dies bezieht sich auf die Tendenz eines Individuums, das zu kopieren, was andere tun. Mithilfe von Social Media-Plattformen können Benutzer verschiedene Gruppen erstellen und sich einer bestimmten Gruppe zugehörig fühlen. Es besteht die Möglichkeit, dass Selfie-Nehmer bestimmte "Online" Selfie-Regeln anwenden, um ein gewisses Maß an sozialer Akzeptanz zu erreichen.
  • Umweltverbesserung:Dies ist das Aufnehmen von Selfies, um Erinnerungen oder Trophäen von sich selbst zu schaffen (e.g. bei einem Konzert oder nach einem Marathonlauf). Umweltverbesserung bedeutet auch, dass Menschen sich durch Selfies freier ausdrücken können.

In Bezug auf die Anzahl der aufgenommenen Selfies gaben 223 Teilnehmer an, zwischen einem und vier Selfies pro Tag zu machen. 141 machten zwischen fünf und acht Selfies pro Tag; und 36 machten mehr als acht Selfies pro Tag. In Bezug auf die Anzahl der Postings gaben 136 Teilnehmer an, keine Selfies pro Tag zu posten. 162 zwischen ein bis drei Mal pro Tag gebucht; und 102 mehr als dreimal pro Tag gepostet.

Daraus leiteten die Forscher drei Kategorien der sogenannten "Selbstentzündung" ab:



  • Grenze:Nehmen Sie bis zu dreimal pro Tag ein Selfie auf, veröffentlichen Sie es jedoch nicht in den sozialen Medien.
  • Akut:Mindestens dreimal am Tag ein Selfie machen und jedes davon in den sozialen Medien veröffentlichen.
  • Chronisch:Den Drang haben, den ganzen Tag Selfies zu machen und diese mindestens sechs Mal am Tag in den sozialen Medien zu veröffentlichen.

Unterschiedliche Motivationen für unterschiedliche Gruppen

Das chronisch Die Gruppe hatte höhere Punktzahlen als jede der beiden anderen Gruppen für Aufmerksamkeitssuche, sozialen Wettbewerb und Umweltverbesserung, was bedeutet, dass diese Faktoren die chronische Gruppe dazu motivierten, Selfies aufzunehmen und zu veröffentlichen.

Die Gruppe mit der Bezeichnung Grenze (Selfies oft machen, aber nicht unbedingt veröffentlichen) hatte höhere Werte für Selbstvertrauen und Stimmungsänderung. Was diese Gruppe dazu motivierte, Selfies zu machen, war daher, sich selbst positiv zu fühlen, wenn sie ein Selfie machte und dies tat, um ihre Stimmung zu verbessern.

Für die akut Gruppe (drei Selfies pro Tag und Veröffentlichung in sozialen Medien) subjektive Konformität war der Hauptmotivator. Die Bewertungen zur subjektiven Konformität waren jedoch in der Grenzgruppe sehr niedrig.

Ist es wirklich "Selfitis"?

Selfitis, wie in dieser Studie definiert, ist ein neues Konstrukt, das hinsichtlich seiner Beziehung zu anderen Sucht- und Zwangsfaktoren einer weiteren Validierung bedarf. Wir hätten das Aufnehmen von Selfies zunächst als eine leicht dysfunktionale oder seltsame Aktivität betrachten können - vielleicht im schlimmsten Fall als Hinweis darauf narzisstisch Verhaltensmerkmale.

Die Verbreitung von Selfie-Aufnahmen scheint es nun jedoch auch zu einem normalen Freizeitbeschäftigung zu machen und Teil unserer Art der Nutzung sozialer Medien zu sein, bei der Personen Fotos bearbeiten und verfeinern, bevor sie auf verschiedenen Plattformen veröffentlicht werden. Es ist also wichtig zu fragen: Ist es dysfunktional und seltsam - oder nur normales Verhalten in der Moderne?

Verweise

Balakrishnan, J. & Griffiths, M. J. (2017). "Eine explorative Studie über" Selfitis "und die Entwicklung der Selfitis-Verhaltensskala." International Journal of Mental Health Addiction.

Griffiths, M. (2005). "Ein" Komponenten "-Modell der Sucht in einem biopsychosozialen Rahmen." Journal of Substance Use, 10 (4), 191–197.

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